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Wann sollte man einen Füller verwenden?

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Mit einem Füller lassen sich kleine Unebenheiten einer Oberfläche vor dem Lackieren ausgleichen. Allerdings muss man wissen, in welchen Fällen ihre Verwendung tatsächlich notwendig ist.

Die Füller-Grundierung verwende ich, wenn eine Oberfläche nach dem Spachteln oder Schleifen noch Unebenheiten aufweist. Sie eignet sich jedoch nicht für alle Situationen: Auf blankem Metall, auf einem bereits intakten Untergrund oder auf Kunststoffen sind oft andere Füller-Arten besser geeignet. Im Sinne der Carross-Methode erklärt dieses Tutorial, in welchen Fällen man den Füller wählen sollte, wie man ihn aufträgt und schleift sowie wie er sich im Vergleich zur Epoxidgrundierung und zur Nass-in-Nass-Grundierung einordnet. Einen Überblick über die verschiedenen Füller-Familien finden Sie im Leitfaden [Karosserie-Füller](/alles-über-karosserie-füller).

Das Wichtigste in Kürze: Der Füller ist ein 2K-Füller, der dazu dient, Spuren des Schleifens und verbleibende Mikroschäden auszugleichen. Nach dem Trocknen wird sie abgeschliffen, um vor dem Lackieren einen perfekt ebenmäßigen Untergrund zu erzielen. Sie wird hauptsächlich nach dem Spachteln oder auf einer Oberfläche verwendet, die noch Unebenheiten aufweist, wenn die Ebenheit korrigiert werden muss. Auf blankem Metall wird in der Regel ein Epoxid-Füller bevorzugt; auf einem bereits intakten und ebenen Untergrund ist ein Nass-in-Nass-Füller oft besser geeignet. Diese Abwägung nehmen die Karosserietechniker systematisch vor, bevor sie sich für einen Füller entscheiden.

1. Zunächst eine Diagnose erstellen

  • Spachtelierte Oberfläche, sichtbare Spuren des Schleifens – 2K-Spachtelmasse in 2–3 Schichten auftragen, anschließend glatt schleifen
  • Leichte Welligkeit nach dem Grobschliff – Spachtelmasse zum Ausfüllen, Kontrolle bei Streiflicht
  • Blankes Metall ohne Ebenheitsfehler – zunächst Epoxidspachtel, nur dann 2K-Spachtel, wenn ein Fehler bestehen bleibt
  • Intakter, bereits glatter Untergrund – Nass-in-Nass-Verfahren, Spachtelmasse würde Zeit kosten
  • Elastischer Untergrund (Stoßstange) – Kunststoff-Primer, anschließend elastifizierte Spachtelmasse in der empfohlenen Dosierung
  • Kleine punktuelle Retusche – Spachtelmasse aus dem Aerosol, um nur den betroffenen Bereich zu behandeln

2. Das benötigte Material

3. Die Reparatur Schritt für Schritt

  1. Den Untergrund vorbereiten. Den Bereich abschleifen, entstauben und mit einem Entfetter behandeln: Eine Spachtelmasse haftet nicht auf fettigen Oberflächen.
  2. Abdecken. Benachbarte Bereiche schützen; die Füllspachtelmasse verursacht einen dichten Sprühnebel, der sich an anderen Stellen nur schwer abschleifen lässt.
  3. Die Spritzpistole einstellen. Eine für die Viskosität der Spachtelmasse geeignete Düse wählen und den Druck gemäß dem technischen Datenblatt einstellen.
  4. Schichten auftragen. 2 bis 3 gleichmäßige Schichten pyramidenförmig auftragen: Beginnen Sie mit einer Schicht, die den Bereich großzügig bedeckt, und verringern Sie dann die Fläche mit jeder Schicht schrittweise. Halten Sie die Trocknungszeit zwischen den Schichten ein und vermeiden Sie Überlastungen, insbesondere an den Kanten.
  5. Trocknen lassen. Die vollständige Trocknungszeit vor dem Schleifen einhalten: Eine zu früh geschliffene Spachtelmasse verstopft das Schleifmittel und ist noch nicht fest.
  6. Flach schleifen. Mit mittlerer Körnung grob schleifen und dann Schritt für Schritt bis zur Feinkörnung verfeinern, ohne jemals eine Körnung zu überspringen, wobei die Ebenheit im Streiflicht zu überprüfen ist.
  7. Entfetten. Entfernen Sie Staub und Rückstände des Schleifens, bevor Sie den Lack auftragen.

4. Häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt

  • Auftragen der Spachtelmasse in zu dicken Schichten: Läufer, unvollständige Durchtrocknung, späteres Schrumpfen
  • Schleifen vor der vollständigen Trocknung: Die Oberfläche verzieht sich und die Schleifspuren treten wieder auf
  • Auftragen der Spachtelmasse auf blankes Metall ohne Epoxidharz: keine Korrosionsschutzbarriere
  • Eine Körnung beim Schleifen überspringen: Man geht zu schnell vor und behält Kratzer, von denen man glaubt, sie seien beseitigt
  • Schleifen ohne Kontrollpulver: Tiefe Kratzer können in der Spachtelmasse unsichtbar bleiben und unter dem Lack wieder zum Vorschein kommen.
  • Das Abschließen des Schleifens vernachlässigen: Die nicht geschliffene Spachtelmasse behält die Mängel, die sie eigentlich ausgleichen sollte
  • Das Entstauben zwischen Spachtelmasse und Lack vergessen: Krater und Körnung

5. Wie wählt man die richtigen Produkte aus?

Je ausgeprägterder auszugleichende Fehler ist, desto sinnvoller ist die Verwendung einer Spachtelmasse gegenüber der „Nass-in-Nass“-Technik

BlankerMetalluntergrund → zuerst Epoxidharz; intakte Grundierung → Nass-in-Nass; unebene Oberfläche → Spachtelmasse

Spritzpistolenformat für große Flächen, Aerosol-Spachtel für Retuschen

Lacksystem: Bleiben Sie bei einer Reihe von Füllern, die mit dem verwendeten Lack kompatibel ist

Die Empfehlung von Carross: Tragen Sie den Füller nicht unnötig dick auf: Wählen Sie die Art des Füllers entsprechend den tatsächlich zu behebenden Mängeln aus.

6. FAQ

Ist ein Elastifizierer in einem Füller erforderlich?

Auf starren Untergründen (Blech) nein: Der Füller wird unverändert gemäß seinem technischen Datenblatt aufgetragen. Ein Elastizitätsverstärker ist sinnvoll, wenn ein flexibler oder halb-flexibler Untergrund, wie beispielsweise eine Stoßstange, grundiert wird, damit der Lackfilm Verformungen mitmacht, ohne zu reißen. Dabei hält man sich an die vom Hersteller empfohlene Dosierung.

Welche Düse eignet sich für einen Füller?

Eine Füllgrundierung ist ein hochgefülltes und dickflüssiges Produkt: Sie erfordert eine Düse mit größerem Durchmesser als bei einem Lack, in der Regel im auf dem Produktdatenblatt angegebenen Bereich. Eine zu feine Düse führt zu Flusenbildung und Verstopfung, eine zu breite Düse zu einer zu starken Auftragsmenge. Man orientiert sich immer an den Empfehlungen des Herstellers und nicht an einem Universal-Wert.

Spachtelmasse oder Füller?

Sie ergänzen sich, stehen nicht in Konkurrenz zueinander. Die Feinspachtelmasse gleicht die nach dem Auftragen der Struktur-Spachtelmasse noch sichtbaren Mängel mit hoher Füllkraft aus. Die füllende Grundierung folgt danach, um die Spuren des Schleifens der Spachtelmasse zu beseitigen und die gesamte Oberfläche vor dem Lackieren zu glätten. Man spachtelt, um Material aufzufüllen, man verwendet einen Füller, um eine feine Ebenheit zu erzielen. Bei Carross empfehlen wir, immer beide Schritte nacheinander durchzuführen, anstatt auf den einen oder anderen zu verzichten.

Füller oder Epoxidharz: Was soll man wählen?

Sie verfolgen nicht dasselbe Ziel. Das Epoxidharz schützt das blanke Metall und dient als Korrosionsschutzgrundierung; die Füllgrundierung füllt Unebenheiten auf und wird für eine ebene Oberfläche abgeschliffen. Auf einem reparierten, blanken Blech wird oft zuerst das Epoxid aufgetragen und anschließend die Füllspachtelmasse darüber. Die Wahl ist also nicht ausschließlich: Es ist eine Frage der Reihenfolge im Arbeitsablauf.


Der Tipp vom Tech-Team

Tragen Sie den Füller pyramidenförmig auf. Beginnen Sie mit einer Schicht, die den reparierten Bereich deutlich überragt, und reduzieren Sie die Fläche dann mit jeder Schicht schrittweise. Diese Methode baut die Dicke dort auf, wo sie benötigt wird, und sorgt gleichzeitig für einen sanften Übergang zum vorhandenen Untergrund. Außerdem ermöglicht sie ein ordnungsgemäßes Entweichen der Lösungsmittel. Wenn in der falschen Reihenfolge aufgetragen wird oder Überdicken entstehen, können die Lösungsmittel in den unteren Schichten eingeschlossen bleiben. Durch das Schleifen könnten diese dann freigesetzt werden und zu Mikroblasenbildung unter dem Lack führen. Vom Grobschliff zum Feinschliff: ein besserer Übergang, eine gleichmäßigere Trocknung und ein geringeres Risiko für Fehler.


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John B.
Verfasst und freigegeben von John B. Karosserie- und Basislack-Techniker bei Carross Profil anzeigen →